München

München. Ist der Dirndltrend zur Wiesn 2025 tatsächlich ein Trauerspiel oder nicht, Personal Shopperin Sonja Grau führt aus

Gehört die Krise farblich auf die Wiesn 2025? Nein!

Tracht ist zur Zeit wirklich ein Trauerspiel. Man könnte den Eindruck haben, als ob sich die Designer in einer Art Schockstarre befinden. „Keiner will einen Fehler in dieser schwierigen Weltlage machen, keiner will zu „laut“ sein, lieber ganz ganz leise“. Oder wie soll man das verstehen, was man sieht?

Die Dirndl-Trends – erdfarben, schwarz, dunkelblau, dunkelgrün, bordeauxrot, braun, grau, ….. – sind heuer so etwas von zurückhaltend. Noch nie waren sie so ausdruckslos und bieder wie jetzt gerade. „Der Dirndl-Trend reisst einen nicht wirklich mit“, sagt Sonja Grau. Sicherlich denken jetzt viele Dirndl-Trägerinnen zur Vorbereitung auf die anstehende Wiesn, „da hole ich mir doch mein schönes farbiges Dirndl von vor 10 Jahren wieder raus“. „Warum nicht. Dieses Vorgehen ist ganz sicher kein schlechter Weg“, lächelt Sonja Grau.

Das ältere Dirndl kann mit ein paar Tricks ganz schnell stilvoll „getunt“ werden:
mit einer anderen (farbigen) Schürze.

mit einer anderen Bluse.

Oder einem farbigen Jäckchen wäre Schritt 1 getan.
Mit aussagekräftigem Schmuck. Wie dies z. B. ein Statement Collier sein kann könnte Schritt 2 folgen.
Eine aussagekräftige Tasche.  Wie dies z. B. eine trendige Bauchtasche sein kann, Schritt 3.
Mit einem aussagekräftigen Schuh. Wie dies z. B.ein stylischer Western-Boot sein kann, Schritt 4.
Mit aussagekräftigen Strümpfen/Söckchen. Wie dies z. B. Modelle mit Reh- oder Hirschmotiv sein können, Schritt 5.
Und nicht zuletzt mit aussagekräftigem Kopfschmuck. Wie dies z. B. ein Echt-Blumen-Arrangement im Haar oder ein Trachtenhut mit Feder sein kann, Schritt 6.

Immer sollte man als Wiesn-Besucher aber die ungeschriebenen Wiesn-Regeln vor Augen haben:

1. das Dirndlkleid oder die Dirndlkombination (Mieder, Rock, Schürze)
sollten passen wie eine zweite Haut. Aber noch Luft zum Atmen (Essen) lassen.
Tipp: sich ohne Baucheinziehen vor dem Spiegel im Trachtengeschäft bewegen.
So bekommt man schnell ein Gefühl dafür, ob das Dirndl ok ist oder etwas größer sein sollte.
Trend: Ton in Ton

2. das Dirndl sollte über eine knieumspielte Länge verfügen.
Trend: 70er oder 80er Länge – Mini-Dirndl sind out!

3. für eine Dirndl-Langlebigkeit ist die Wahl für eine gute Qualität/gute Schnittführung
absolut wichtig. Das Dirndl sollte nicht nur für eine Wiesn-Saison gekauft werden!
Trend: z. B. Samt, Baumwolle, Seide, Leinen oder Materialmix.

4. die Dirndl-Bluse darf Ausschnitt haben.
Trend: Puffärmel, Flügelärmel (auch zum abnehmen), tiefere Ausschnitte.
Carmen-Blusen dürfen auch brillieren, sie zieren das Dirndl generell stilvoll.

5. die Dirndl-Schürze sollte ca 2 cm oberhalb des Rocksaumes enden.
Trend: Baumwolle, Seide oder Spitze – bei Seide lässt sich die Schleife am
Schönsten binden. Sprich die Schleife steht und kann ihr Signal senden.
Flirtsignal der Schürze:
Rechts gebunden bedeutet verheiratet, links gebunden lässt auf ledig schließen und mittig
gebunden ist es ein modischer faux pas.

6. Schuhe zum Dirndl können frei Gusto gewählt werden. Der Schuh sollte sich generell
stilvoll ins Outfit einfügen. Sandale, Ballerina, Pumps, Stiefelette, Westernboot oder
Sneaker. Alles geht.

7. Jäckchen (Trachtenjäckchen, Leder- oder Jeansjacke) sowie Stola/Schal. Vieles geht.
Die Jacke sollte bevorzugt kurz und nicht lang geschnitten sein. So kommt das Gesamt-Dirndl-
Outfit in der Regel stilvoll zur Geltung.

8. Accessoires. Sahnehäubchen!
Kleine Täschchen mit Reißverschluss zum Umhängen oder eine Bauchtasche sind perfekt.
Schmuck – Perlen, Gold oder Silber. Es passt generell alles. Trachtenschmuck ist kein muss.
Kopfschmuck, auch Kopfputz genannt, ist die Krönung eines jeden Dirndl-Outfits.
Haarreif, Haarspängchen, Hut oder Faszinator mit Federn, Perlen, Steinchen oder
Blumen (echt oder künstlich) sind ein echter Hingucker.
Flirtsignal bei einem Hut mit Feder:
Zeigt die Feder nach vorne, dann heißt es „ja“ zum Flirten!
Zeigt die Feder nach hinten, dann heißt es allerdings „nein“!

Für die Männer:
9. Die knieumspielte Lederhose (welche „knackig“ sitzen sollte) kann, braucht aber keinen Hosen-
träger. Stickereien sind in.
Die Kombination mit einer Jeans ist aber auch salonfähig.
Trend: die Lederhose bis zum Knie

10. Kariert oder unifarben mit Trachtenknöpfchen sollte das Trachtenhemd sein. Ein T-Shirt
oder ein Polohemd sind ebenfalls einsetzbar.
No-go: ein Kurzarmhemd zur Tracht zu tragen – ein Langarmhemd hochkrempeln hat Stil.

11. Der Sneaker, Haferlschuh oder ein Lederwanderschuh zum Schnüren passt generell zum
Trachten-Outfit des Mannes.
No-go: der klassische Büro-Schnürer, Monstrap oder Sandalen in einer jeden Art und Weise.

12. Cardigan, Janker, Hoodie oder Leder-/Jeansjacke sind stilvolle Kombinationspartner des Lederhosen-Outfits.

13. Die ärmellose Trachtenweste ist farbig oder mit Stickereien versehen. Sie ist ein stilvoller
Kombinationspartner und steht generell einem jeden Mann.
Trend: Samt und kräftige Farben

Absolute No-go’s
Die Tracht sollte nicht als Verkleidung sondern als stilvolle Kleidung angesehen werden!
Trachtenoutfits vom Wiesn-Buden-Verkäufer oder vom Discounter sind ein absolutes no-go.
Auch sollte man von stillosen Kopfbedeckungen mit und ohne Leuchtzeug, wie diese in den Wiesn-Buden zu Hauf angeboten werden unbedingt die Finger lassen. Sie sind nur beschämend und ohne jeglichen Stil. Kurz: das Geld ist besser in eine Fischsemmel als Katerfrühstück investiert!

Foto: Rosendirndl